RP) Keiner der Kreisligisten hatte beim fußballerisch wenig glänzenden Vorrunden-Abschluss der Hallen-Stadtmeisterschaft den beiden Favoriten etwas entgegenzusetzen. Bewegend war nur eine Gedenkminute.
So still wie gestern um 17.47 Uhr war es in der Jahnhalle wohl schon lange nicht mehr, wenn dort gerade eine Veranstaltung über die Bühne ging. Bei der letzten Vorrundengruppe der Stadtmeisterschaft gab es eine Gedenkminute für den Ay-Yildiz-Spieler Yunus Purut, der am 20. Dezember im Alter von nur 23 Jahren verstorben ist.
Die “Gladbacher Fußballfamilie”, wie Hallensprecher Bernd Schoemann betonte, gedachte einem jungen sympathischen Spieler, der sich über den Sport so viele Freunde gemacht habe, dass an den Tagen zuvor auch die Spieler anderer Mannschaften ihm bereits auf Trikots und mit Trauerflor gedacht hätten.
In der voll besetzten Jahnhalle blieb es den ganzen Tag ruhiger als gewohnt, was jedoch auch damit zu tun gehabt haben könnte, dass der Funke vom Feld auf die Tribüne lange nicht überspringen wollte. Der 1. FC und die DJK/VfL Giesenkirchen gewannen ihre beiden ersten Spiele ohne große spielerische Glanzlichter.
Der SV Blau-Weiß Meer, der am ehesten die Dominanz dieser beiden Teams hätte gefährden können, musste gegen eben diese beiden gleich zu Beginn antreten und hatte folglich zu diesem Zeitpunkt noch keinen Punkt auf dem Konto. Keine echte Rolle spielten Rot-Weiß Hockstein. Und auch Ay Yildiz verabschiedete sich nach dem Auftaktsieg schnell von seinen Möglichkeiten. Im zweiten Spiel musste Torhüter Ahmet Saygin, mit 46 Jahren ältester Spieler des bisherigen Turniers, mit einer Platzwunde am Kopf vom Feld.
Von da an stand ein Feldspieler im Ay Yildiz-Tor, und so verlor der B-Ligist nach langer 2:1-Führung noch 2:4 gegen Giesenkirchen. Dabei sah auch Tahir Molhyaj nach einem Kopfstoß noch die Rote Karte. Nach einem 10:3 gegen Ay Yildiz reichte es für Meer immerhin zu Platz drei.
Nach je drei Siegen trafen also der 1. FC und Giesenkirchen zum Kräftemessen um den direkten Endrunden-Einzug aufeinander. Hier hätte der DJK aufgrund der höheren Anzahl geschossener Tore ein Unentschieden gereicht, um vor dem Landesligisten zu bleiben. Fast zwölf Minuten lang passierte nichts, obwohl die Intensität des Spiels zunahm.
Dann brachte Robin Fehlhauer den 1. FC doch in Führung, Oliver Kremer traf zwei Sekunden vor dem Ende noch zum 2:0-Endstand. “Der FC hat am Ende das Spiel verdient gewonnen, weil er im letzten Spiel die besseren Möglichkeiten hatte. Mit der Zwischenrunde haben wir unser Minimalziel erreicht”, befand Giesenkirchens Trainer Frank Wachmeister.
Sein FC-Kollege Emil Neunkirchen sagte nach dem Erreichen der Endrunde amüsiert: “Die Favoritenrolle haben wir heute auf jeden Fall abgegeben.” Etwas ernster fügte er dann noch hinzu: “Wir haben nie wirklich unseren Rhythmus gefunden und uns irgendwie durchgewurschtelt.”